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Autor: Klaus Merkert
Letzte Änderung dieser Seite: 19.05.2017 09:47:17  4240

02.07.2015, Nachbarn hängen Deutschland beim Netzausbau ab

In einer Pressemitteilung vom 02.07.2015 zeigt die Allianz pro Schiene wie Deutschland im europäischen Vergleich hinterherhinkt.

Besserer Transport

In dem sehr lesenswerten, freien Buch 'Sustainable Energy - without the hot air' (deutsche Übersetzung: www.nachhaltige-energiegewinnung.spoererau.de) rechnet der britische Physik-Professor David MacKay Zahlen zu verschiedenen Verkehrsmitteln vor.

So verbraucht ein durchschnittliches Auto 80 kWh auf 100km (1l Benzin entspricht etwas 10kWh). Zum Vergleich: Ein Haushalt verbraucht etwa 10kWh elektrische Energie am Tag. Ein Autofahrer fährt bei 18000km im Jahr durchschnittlich 50km am Tag. Das Umweltbundesamt setzte 2012 eine durchschnittliche Besetzung von 1,5 Personen pro Pkw an. Pro Person und pro 100 km verbraucht das Auto also ca. 53 kWh.

Der durch Hohenecken hauptsächlich fahrende Triebwagen Talent 643 dürfte etwa 60l Diesel (≈ 600kWh) auf 100 km verbrauchen. Er hat ca. 150 Sitzplätze. Die durchschnittliche Auslastung im Nahverkehr beträgt etwa 25%. Daraus errechnet sich ein spezifischer Verbrauch von ca. 16 kWh/p/100km.

Die Mär vom kostenlosen Parken

Zur Zeit (Sommer 2014) erregt die Autofahrer-Welt in Kaiserslautern, dass einige Lebensmittel-Discounter ihre Parkplätze darauf kontrollieren lassen, ob Nicht-Kunden unerlaubt parken. In Leserbriefen macht sich der Ärger Luft. Doch es gibt auch Stimmen, die Verständnis für die Maßnahmen haben. Schließlich haben die Discounter die Parkplätze erstellt und unterhalten sie. Dabei entstehen Kosten, die wohl auf den Preis ihrer Waren aufgeschlagen werden. Das heißt, dass die Gesamtheit der Käufer das 'kostenlose Parken' bezahlt, also auch die Nicht-Autofahrer.

Wer bezahlt nun die öffentlichen Parkplätze, deren kostenfreie Benutzung immer wieder so vehement eingefordert wird? Nun, das sind wir alle. Es kann sein, dass in einer Kommune eine Subvention des Autoverkehrs mehrheitlich gut geheißen wird. Dann sollte aber ein Überblick über die Kosten bestehen, damit die Mehrheit auch weiß, was sie tut. Für Kaiserslautern gibt es eine solche Untersuchung (noch) nicht. In der Broschüre 'Versteckte Kosten des städtischen Autoverkehrs' des VCD kann man lesen, dass die ungedeckten Kosten des städtischen Autoverkehrs etwa 100 bis 150 Euro pro Kopf betragen. Das sind für Kaiserslautern über 10 Millionen Euro.

13.06.2014: Bundesverkehrswegeplan darf sich nicht gegen Interessen des Landes richten

In einer gemeinsamen Presseerklärung kritisieren die verkehrpolitischen Sprecherinnen der SPD und der Grünen im Landtag Änderungen im Bundesverkehrswegeplan.

08.07.2013: Deutschland beim Netzausbau abgeschlagen

In einer Pressemitteilung vom 08.07.2013 zeigt die Allianz pro Schiene wie Deutschland im europäischen Vergleich hinterherhinkt.

Kaiserslautern hat sich an der Verkehrserhebung Mobilität in Städten – SrV 2008 beteiligt. Sicherlich müssen die Ergebnisse detailliert ausgewertet werden, trotzdem fallen einige spezielle Kaiserslauterer Defizite auf, die aus der hier zitierten Grafik aus der Broschüre Daten zum Verkehr des Umweltbundesamtes ersichtlich sind. Kaiserslautern hat den geringsten Anteil am Radverkehr, den größten Anteil am motorisierten Individualverkehr (Autos) und den zweitkleinsten Anteil am öffentlichen Nahverkehr unter den verglichenen Städten.

Modal-Split, Städtevergleich Quelle: o.a. Broschüre, S.29

Wie teuer sind Straßen? - Beispiel Alex-Müller-Straße

Alex-Müller-Straße März 2013

Am 28.12.2012 konnte man in der 'Rheinpfalz' unter der Überschrift 'Ein weiteres Jahr Schlaglöcher' lesen, dass die Alex-Müller-Straße 2014 für insgesamt 2,3 Millionen Euro erneuert wird. In einem späteren Artikel 'Wir kommen nicht nach - Frostschäden an den Straßen ein "Riesenproblem" - 50 Cent pro Quadratmeter und Jahr zur Verfügung' wurde man informiert, dass für die 4 Millionen Quadratmeter Verkehrsfläche in Kaiserslautern 2 Millionen Euro zum Unterhalt zur Verfügung stünden und dass eine Straße etwa 35 Jahre hielte. Statistisch rechne man mit 1,20 - 1,50 Euro Unterhalt pro Jahr und Quadratmeter.

Das konkrete Beispiel Alex-Müller-Straße reizt, diese Zahlen in Relation zu setzen. Ein zweimaliges Abfahren der Alex-Müller-Straße ergab, dass die Straße etwa 1,3 km lang ist. Rechnet man das erste recht gut erhaltene Stück an der Fachhochschule nicht mit, so sind es sogar nur 1,1 km. Mit dem Bandmaß wurde die Breite der Straße zu etwa 7m bestimmt. Damit sollen also 1300m x 7m = 9100 m² renoviert werden. Auf einen Quadratmeter entfallen also 2 300 000 Euro / 9100 = 253 Euro. Um die Kosten pro Jahr zu erhalten, muss noch durch 35 dividiert werden: 7,22 Euro/m² Kosten pro Jahr. Rechnet man den unbefestigten 4,50m breiten Parkstreifen auf die ganze Länge hinzu, so ergeben sich immer noch 4,40 Euro/m². - Wo liegt der Fehler?

Einfluss des Haltepunkts Hohenecken auf dem Klimaschutz

Im letzten Klimaschutzbericht der Stadt Kaiserslautern kann man auf Seite 14 nachlesen, dass sich die CO2 -Emissionen im Verkehr etwa auf dem Stand von 1990 verharren und seit dem Jahr 2005 keine Senkung zu erreichen war.

Es soll eine Abschätzung der Klimawirksamkeit des Haltepunkts versucht werden. Die Gehrmann-Verkehrsstudie geht von 510 täglichen Fahrten ÖPNV-Neuverkehr aus. Die Studie geht davon aus, dass fast alle Bahnkunden vom PKW auf die Bahn umsteigen. Die CO2-Emissionen eines modernen Mittelklassewagens betragen 150g/km (SUV ca. 200g/km), die der Bahn 40g/km (Quelle: http://www.co2-emissionen-vergleichen.de). Die Differenz beträgt also 110g/km. Geht man von 220 Werktagen im Jahr und einer durchschnittlichen Fahrtlänge von 30 km aus, so werden im Jahr ca. 370t CO2 (510x220x30x110 = 370.260.000) gespart. Im Klimaschutzkonzept der Stadt Kaiserslautern (genauer: kurzfassung_klimaschutzkonzept_2020.pdf, S.11) wird davon gesprochen, dass von 2007 bis zum Jahr 2020 pro Jahr und Einwohner 2,55 t zusätzlich eingespart werden müssen. Jeder Autofahrer aus Hohenecken, der auf die Bahn umsteigt, erbringt mit ca. 1,5 t/a mehr als das auf den Verkehr entfallende Drittel der zu leistenden Einsparungen.

Im Klimaschutzkonzept wird von einem Gesamteinsparpotential von 400.000 t/a bei Gesamtinvestitionskosten von 900 Millionen Euro ausgegangen (siehe Klimaschutzkonzept). Pro t/a ergeben sich daraus Investitionskosten von 2.250 Euro. Der Bahnhaltepunkt dürfte damit allein unter dem Aspekt der CO2-Einsparung gesehen 315.000 Euro kosten. Das heißt, ca. die Hälfte seiner Kosten sind allein unter dem Aspekt der CO2-Einsparung gerechtfertigt.

Entwicklung des Verkehrsleistungsanteils beim Personenverkehr

Der Luftverkehr als der umweltschädlichste Verkehr hat die größten prozentualen Zuwächse, der Schienenverkehr als der umweltschonendeste Verkehr hat die größten prozentualen Verluste.

Anteil Quelle: wikipedia

Zitate aus dem Koalitionsvertrag der rot-grünen Landesregierung

rote Hervorhebungen durch den Verfasser

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9. Zukunftsfähige Infrastruktur
Die Landesregierung wird eine Infrastrukturpolitik verfolgen, die eine nachhaltige Mobilität sichert und den öffentlichen Verkehr stärkt. Wir wollen den aktiven Lärmschutz bei allen Verkehrsträgern ausbauen. Dörfer und kleine Städte wollen wir auch in Zukunft als attraktive Wohn-, Arbeits- und Lebensstandorte erhalten.
Nachhaltige Mobilität
Wir wollen ein Verkehrssystem, das die Mobilität aller Menschen flächendeckend, umwelt- verträglich, sozialverträglich und barrierefrei gewährleistet. Für uns ist der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) ein wesentlicher Bestandteil eines solchen nachhaltigen Verkehrssystems. Der Erhalt und die Erweiterung des Angebotes, insbesondere im schienengebundenen Regionalverkehr durch den Rheinland-Pfalz-Takt 2015 (RPT 2015), sowie die Stärkung der Wasserstraßen stehen daher im Zentrum unserer Politik.
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Rheinland-Pfalz-Takt 2015 – Erfolgsmodell für Rheinland-Pfalz stärken
Mit dem Zukunftsprojekt Rheinland-Pfalz-Takt 2015 werden wir den Ausbau des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) fortsetzen.
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Die Reaktivierung von Schienenstrecken ist ein wichtiger Bestandteil des Zukunftskonzeptes Rheinland-Pfalz-Takt 2015.
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Um die Option zur Reaktivierung von Strecken auch in Zukunft zu erhalten, gilt der Grundsatz: „Trassensicherung vor Entwidmung“.
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Zitate aus der der Broschüre 'Takt 2015'

Herausgeber: Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz

rote Hervorhebungen durch den Verfasser

Gesunde Basis
Die Finanzierung der Verkehrsleistungen im Rheinland-Pfalz-Takt 2015 basiert auf einem Dreiklang aus:
- Effizienzsteigerung im Angebot (z. B. wirtschaftlichere finanzierbaren Fahrzeugumläufe) mit den daraus resultierenden finanziellen Vorteilen
- Erlössteigerung durch neue Angebote
- günstigeren Preisen durch wettbewerbliche Verfahren – insbesondere bei erstmals im Wettbewerb stehenden Netzen
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Aufgewertet: Knoten Kaiserslautern
Der bereits bestehende Knoten Kaiserslautern wird im Rheinland-Pfalz-Takt 2015 mit neuen Direktverbindungen in alle Richtungen deutlich aufgewertet.
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Investition in Infrastruktur
Rund 70 Einzelmaßnahmen im Bereich Infrastruktur mit einem Gesamtvolumen von ca. 60 Mio. Euro sind für den Rheinland-Pfalz-Takt 2015 geplant. Dazu gehören zusätzliche Blocksignale, umfangreiche Gleisarbeiten wie der neue Kreuzungsbahnhof Wörrstadt, moderne Bahnhöfe und Haltepunkte und reaktivierte Strecken. Gezielt wird überall dort investiert, wo es aus verkehrstechnischen und/oder wirtschaftlichen Gründen sinnvoll ist.
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Moderne Bahnhöfe und Haltepunkte sind ein wichtiger Baustein des Zukunftskonzepts Rheinland-Pfalz-Takt 2015. Deshalb werden bis zu 40 Stationen komplett neu gebaut, unter anderem in Koblenz Mitte und Trier-Nord, am Flughafen Frankfurt-Hahn, in Kirchberg und Simmern, in Hahnstätten, Koblenz-Rauental und Rheinböllen, in Neustadt-Weinstraße Süd und Kaiserslautern-Hohenecken, Frankenthal Süd und Dienheim sowie sechs neue Haltepunkte entlang der Stadtbahn Wörth – Germersheim.
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Im Rahmen des Rheinland-Pfalz-Takts 2015 wurden zudem systematisch Standorte und Fahrgastpotentiale für neue Stationen zur gezielten Erschließung neuer Fahrgastaufkommen und zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit untersucht. Nach der betrieblichen Prüfung, ob neue Halte auf den jeweiligen Linien zeitlich bedient werden können, sind die möglichen neuen Stationen bereits in den Fahrplänen berücksichtigt worden.

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