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[Bahnhaltepunkt Hohenecken]
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Autor: Klaus Merkert
Letzte Änderung dieser Seite: 02.07.2016 09:50:38  1541

Ist es sinnvoll, den Bussen der SWK die Verbesserung der Hohenecker ÖPNV-Anbindung zu überlassen?

Nein, die 'kleine Buslösung' zementiert die schlechte Anbin­dung, die 'große Buslösung' ist deutlich teurer als der Bahn­haltepunkt. Beide Buslösungen sind langsamer und können manche Verkehrsbedürfnisse überhaupt nicht erfüllen.

Detaillierte Begründung

Zur 'kleinen Buslösung'

Ein Vorteil des Bahnhaltepunkts ist die wesentlich bessere Anbindung an den Hauptbahn­hof. Die Fahrzeit beträgt nur 7 Minuten. Die 'kleine Buslösung', eine Umleitung der Linie 111 über den Hauptbahn­hof, würde eine Fahrtzeit von 15 Minuten zum Hbf ergeben. Die Fahrt zum Rathaus würde aber ca. 6 Minuten länger dauern. Man sieht, dass der Bus systembedingt den Vorteil der direkten Anbindung der Bahn an den Hbf nicht schlagen kann. Ein gewichtiger Nachteil wäre aber der Wegfall der stark frequentierten Haltestelle 'Im Kunzental'. Wegen des Rhein­land-Pfalz-Taktes ist der Zug bereits optimal mit dem übrigen Bahnverkehr vertaktet. Das muss mit dem Bus erst noch erreicht werden.

Zur Anbindung an die weitere Umgebung

Die Erreichbarkeit des Hbf ist aber nur ein Teilaspekt der schlechten ÖPNV-Anbindung von Hohenecken. Nur die Bahn kann direkte und schnelle Ver­bindungen zum Pirma­senser Raum und in Richtung Mannheim bieten. Diese Verbindungen sind sowohl für Berufspendler wie auch für Jugendliche wichtig und durch die Bahn leicht zu realisieren.

Zur 'großen Buslösung'

Von den genannten Nachteilen der 'Buslösung' abgesehen ist die generelle schlechte Busanbindung von Hohenecken zu nennen. Die Möglichkeit, mit der Bahn zu fahren, würde aus einem von wenigen Zusatzbussen ergänzten Stundentakt einen Halbstunden­takt machen. Nach dem jetzigen Bus-Fahrplan könnte man in der Regel zur Minute 31 vom Hbf in die Innenstadt weiterfahren. Aus einer schlechten Anbindung würde eine gute werden ohne dass die Stadt­werke etwas dazu tun müssten. Würde die SWK in der 'großen Buslösung' Hohenecken im Halbstundentakt anfahren, so wäre vermutlich ein weiterer Bus nötig. Zur Zeit haben die Verkehrsbetriebe 60 Busse und ein Defizit von ca. 2,3 Mio. €. Ihr Defizit würde sich durch den zusätz­lichen Bus etwa um 1/60 * 2,3 Mio. € ≈ 38.000 € erhöhen. Ich habe diese Zahlen in einem zweiten Gespräch Herrn Flesch genannt. Er würde in einer ersten auch sehr groben Schätzung auf ca. die Hälfte kommen. Auf jeden Fall entsteht der SWK bei der 'großen Buslösung' ein zusätzlicher jährlicher Verlust. Der Gesamtverlust übersteigt die Kosten des Haltepunkts nach ca. 5 bis 10 Jahren. Da ist es weit besser, ein­malig in den Bahnhaltepunkt zu investieren und die zusätzliche Verkehrs­leistung der Bahn zu über­lassen. Die zusätzlichen Einnahmen von über 100.000 € pro Jahr werden nach einem komplizierten Schlüssel zwischen VRN und DB aufgeteilt. Da beide Betriebe in öffentlicher Hand sind, kommen sie uns allen zugute.

Fazit

Die Trasse liegt, der Fahrplan steht, der verkehrliche Nutzen ist begutachtet, der Halte­punkt läge zentral im Ort, er sollte endlich realisiert werden.